Hessen führt bundesweit erstes Online-Tippverfahren ein


Abgelegt unter Allgemein von julius - Jul 20, 2010

Trotz der Warnungen vieler Experten und Spielsuchtvereine führt Hessen als erstes Bundesland das Online-Tippverfahren ein und erhofft sich so mehr Umsätze beim Glücksspiel. Dabei ist es möglich, nach einer Registrierung bei der Deutschen Post, den Spielschein auch über das Internet zu verschicken. Der Weg zum Kiosk oder Briefkasten wird damit überflüssig.iStock_000011183756XSmall

Hessen rechnet im Zuge der Einführung mit mehreren Klagen seitens der Spielsuchtvereine. So reichte der Fachbeirat Glücksspielsucht bereits Klage gegen das Land Hessen ein. Das Gremium fühlt sich bei den Beratungen über die Online-Einführung übergangen. Kritiker sind der Ansicht, dass das Online-Verfahren gegen das Internetverbot widerstößt. Glücksspiele im Internet seien eigentlich verboten, da hier eine verstärkte Suchtgefahr für die Spieler bestehe.

Hessen entgegnet, es habe ausreichend Vorkehrungen gegen Spielsucht unternommen. So beträgt der maximale Spieleinsatz pro Woche 250 Euros, zwischen 23:00 und 6:00 Uhr kann nicht online Lotto gespielt werden.

Jul
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Glücksspielsüchtig?


Abgelegt unter Allgemein von alex - Mai 18, 2010

Rien ne vas plus, nichts geht mehr. Für viele steht dieser Satz exemplarisch für ihre derzeitige Situation, in der sie dank Glücksspielen jetzt sitzen. Die Wege sind vielfältig, egal ob über Automaten, Kasinos oder Wettbüros, das Ziel ist fast immer das Selbe: der soziale und finanzielle Ruin, gepaart mit dem letzten verzweifelten Klammern an die Hoffnung beim nächsten Mal das große Los zu ziehen.

12 Millionen Euro. 12 Millionen Möglichkeiten den derzeitigen Lotto-Jackpot auszugeben – sollte man ihn gewinnen. Für die meisten Bewohner Deutschlands ist das viel Geld, allein der Gedanke daran treibt die eingefleischten Lotto-Spieler zu den Kiosks und Zeitungsläden. Doch ist das regelmäßige Lotto-Spielen schon eine Sucht? Wo verläuft die Grenze zwischen krankhaftem und gelegentlichem Spielen? Dies lässt sich nicht verallgemeinern, es kommt auf die Person und ihren Kontext im Einzelnen an. Im Allgemeinen hat das übliche 6 aus 49 Lotto ein relativ geringes Suchtpotenzial, wohl aber ein Gefährdungspotential das Spiel zur Sucht werden zu lassen. Besonders beim Systemspiel ist Vorsicht geboten, hier lassen mit einem zusätzlichen Geldeinsatz die Gewinnchancen erhöhen. Das Problem ist, dass die so schon äußerst geringen Chancen nur minimal steigen, das Verlustrisiko aber erhöht wird. Trotzdem ist ein Lotto-Sucht relativ selten.

Warum ist das so? Ganz einfach weil die Droge des Glücksspielsüchtigen nicht vorrangig das Spiel an sich ist, sondern der Nervenkitzel den man dabei erlebt. Beim Lotto ist dieser relativ gering, man kauft sich ein Los und muss erst einmal warten bis die Zahlen gezogen werden. Anders ist es bei Spielen mit deutlich geringerer Spieldauer, wie zum Beispiel bei Glücks- und Geldspielautomaten. Diese Geräte haben ein ausgesprochen hohes Suchtpotenzial, vor allem aufgrund der meist nur wenigen Sekunden langen Spielabfolgen und den geringen Mindesteinsätzen. Spielanreizverstärkend ist auch die Möglichkeit der unmittelbaren Reinvestition der Gewinne, sowie die starken Licht- und Toneffekte. Hinzu kommt, zumindest bei Geldspielgeräten, die leichte Erreichbarkeit im gastronomischen Bereich.

Lotto und Glückspielautomaten stellen aber nur eine kleine Schnittmenge der Glücksspiele mit Gefährdungspotential dar. Verantwortungsvoll spielen sollte man auch bei Roulette und Kartenspielen in Spielbanken, Online-Poker, Sportwetten, Rubbelllosen, der Keno-Lotterie, aber auch bei Gewinnhotlines, Börsenspekulationen und privat organisiertem Glücksspiel. Alle diese Formen haben, einige mehr, andere weniger, gewisse Eigenschaften, oder Spielregeln, welche als Faktoren des Suchtpotenzials bezeichnet werden:

  • Schnelle Spielabfolge – Je schneller, desto höher die Suchtgefahr.
  • Auszahlungsintervall – Dies hängt mit der Spielabfolge zusammen. Je kürzer des Intervall, desto schneller kann der Gewinn wieder in ein neues Spiel investiert werden.
  • Aktive Einbeziehung des Spielers – Der Glaube an die aktive Mitbestimmung des Spieles, zum Beispiel durch Stopp-Tasten oder Insiderwissen, wird oft stark überschätzt.
  • Verbindung mit anderen Interessen – Eine Verbindung mit anderen Interessen, wie etwa der Bezug zum Sport bei Sportwetten, führt zur Verharmlosung des Spieles.
  • Gewinnchancen und -höhe – Hohe Gewinne verstärken den Spielanreiz.
  • Fast-Gewinne – Knapp daneben ist auch vorbei, ein “Fast-Gewinnen” ist immer ein Verlieren!
  • Effekte und Atmospähre – Man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Licht- und Toneffekte bei Automaten verursachen einen unbewussten Anreiz zum Weiterspielen, die Atmosphäre in Kasinos, Wettbüros und Pferderennbahnen suggeriert ein Gefühl von Freizeitvergnügen, Aktivität und Spaß.
  • Leichte Verfügbarkeit – Je leichter das Glücksspiel verfügbar ist, umso größer ist die Chance es wieder zu spielen. Dies stellt besonders bei abstinenten Spielern ein hohes Rückfallpotenzial darf.

Wer glaubt glücksspielsüchtig zu sein, der sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen, denn die Glücksspielsucht ist, wie fast jede andere Sucht, heilbar. Dazu muss man sich aber erst einmal selbst eingestehen süchtig zu sein und dann auch aktiv am Heilungsprozess mitwirken. Wer sich nicht sicher ist, kann sich selbst testen, zum Beispiel auf www.gluecksspielsucht.de -> Hilfe -> 20 Fragen.
Anonyme Hilfe gibts unter anderem hier:

Anonyme Spieler
Kontaktstelle Deutschland ANONYME SPIELER (GA)
Eilbeker Weg 20
D -22089 HAMBURG
01805 – 7700 7600

Mai
18

Lottoumsätze auf Talfahrt


Abgelegt unter Allgemein von alex - Apr 7, 2010

Die goldenen Zeiten für die Glücksspielindustrie sind spätestens seit 2007 vorbei. Dies war das Jahr, als der heftig umstrittene Glücksspielstaatsvertrag in Kraft trat. Dieser, welcher der deutschen Glücksspielindustrie starke Beschränkungen etwa in Vertrieb und Werbung auferlegten. Dies macht sich nun bemerkbar, wie das ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut bereits Ende 2006 voraussagte.

© Kaylord / PIXELIO

© Kaylord / PIXELIO

Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Lottoverbandes haben die staatlichen Lottogesellschaften einen Umsatzeinbruch von über 21 Prozent zu beklagen – im Vergleich zum Vorjahrsquartal von Januar bis März. Rechnet man dies auf den Jahresumsatz hoch, dürften rund 1 Milliarden Euro in den staatlichen Lottokassen fehlen. Für alle die sich jetzt denken: toll, die machen eh nur Profit aus der Hoffnung von vielleicht leichtgläubigen Menschen, der sollte einmal darüber nachdenken für was ein Großteil der Gelder verwendet wird. Denn die Folge wird sein, dass den Bundesländern 2010 über 400 Millionen Euro an Steuern und Zweckerträgen fehlen werden. Das bedeutet tiefe Einschnitte für zahlreiche Projekte aus Sport, Wohlfahrt und Kultur, die allesamt aus dem Lotto-Topf gefördert werden.

Grund für die starken Verlusten sind die massiven Werbe- und Vertriebsbeschränkungen, sowie das Internetverbot, welche vom Glücksspielstaatsvertrag seit 2007 vorgeschrieben werden. Diese Vorschriften werden aber zum Teil äußerst unkonsequent durchgesetzt. Während die Verbote bei gewerblichen Spielvermittlern aufs schärfste durchgesetzt werden, hat der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) seine Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahr nochmals gesteigert. Der DLTB ist eine Vereinigung der Lottogesellschaften der Bundesländer und beeinhaltet neben den Landesgesellschaften auf Produkte wie ODDSET, Toto, Glücksspirale und Keno.

Laut einer aktuellen Statistik der Nielsen Media Research GmbH geht hervor, dass etwa 51 Millionen Euro in Anzeigen-, Radio-, und Plakatwerbung flossen. Zusätzlich zu dieser Summe kommen noch Ausgaben für Jackpotwerbung in den einzelnen Annahmestellen, die von der Nielsen GmbH nicht erfasst wurden. Aber auch trotz der staatsvertragswidrigen, zusätzlichen Werbeaufwendungen gelingt es den staatlichen Lottogesellschaften nicht die Talfahrt zu bremsen. Was fehlt sind vor allem die von gewerblichen Spielvermittlern eingenommen Spieleinsätze. Unternehmen wie Faber, Jaxx und Tipp24 hatten vor der Einführung des Staatsvertrages rund 20 Prozent zun den Umsätzen der Lottogesellschaften beigetragen.

© Andreas Morlok / PIXELIO

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Derzeit wird von einer Länderkommission die Auswirkungen des noch bis 2011 geltenden Staatsvertrages evaluiert. Schon jetzt hat die Schwarz-Gelbe Regierung in Schleswig-Holstein in ihrem Regierungsvertrag festgelegt, den Vertrag nicht fortzusetzen.  Auch andere Länder haben signalisiert dem Beispiel Schleswig-Holsteins zu folgen und den stark umstrittenen Staatsvertrag nicht fortsetzen zu wollen.

Umstritten ist dieser vor allem deswegen, weil die starken Werbe- und Vertriebsrestriktionen, welche viele Unternehmen dazu zwang ihr Geschäfft einzustellen, oder zumindest stark einzuschränken, mit einer vermeintlichen “Lottosucht” begründet werden. Deren Existenz aber auch in Fachkreisen umstritten ist. Der renomierte und oft zitierte Glücksspielsuchtexperte Prof. Tilmann Becker, von der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, bezeichnete erst vor kurzem wieder die “Lottosucht” als blanken Unsinn.
“Die verantwortlichen Politiker sollten sich jetzt schleunigst mit allen Marktteilnehmern an einen Tisch setzen, um ein vernünftiges Nachfolgemodell für den desaströsen Staatsvertrag zu entwickeln”, so Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbandes.

Apr
7

Jeder zweite Deutsche spielt Glücksspiele


Abgelegt unter Allgemein von alex - Feb 12, 2010

Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor. Demnach hat circa die Hälfte der 16- bis 65-Jährigen Deutschen im vergangenen Jahr mindestens ein Glücksspiel gespielt. Vorallem der Anteil der 18- bis 20-Jährigen Männer an den Glücksspielautomaten hat stark zugenommen. So spielen mehr als doppelt soviele junge Männer an den Geräten, als noch vor zwei Jahren. Insgesammt versuchen mehr Männer (60%), als Frauen (47%) ihr Glück im Spiel zu finden.

© Rike / PIXELIO

© Rike / PIXELIO

“Das Glücksspielverhalten in Deutschland bietet weiterhin Anlass zur Sorge”, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. So würden vor allem junge Männer die Gefahren der Spiele unterschätzen und so schnell die Kontrolle verlieren. Schätzungen zufolge weisen etwa 1,1% Prozent der Bevölkerung ein problematisches Spielverhalten auf, das entspricht circa 600 000 Menschen.

Doch auch positive Sachen sind zu berichten. So hat die Aufklärung über die Gefahren des Glücksspiels in der Bevölkerung zugenommen. Rund 61 Prozent der Befragten geben an, gut über diese informiert zu sein. 2007 lag der Wert bei etwa 50%. “Unsere Anstrengungen zur Prävention der Glücksspielsucht zeigen Wirkung”, betont Prof. Dr. Pott. “Gemeinsam mit den Ländern wird die BZgA auch zukünftig die Präventionsmaßnahmen weiter ausbauen, um der Glücksspielsucht in der Bevölkerung entgegen zu wirken.”

Hilfesuchende können sich auf der Internetseite der BZgA www.spielen-mit-verantwortung.de umfassend informieren, sowie an einem kostenlosen Online-Ausstiegsprogramm, einer Chat-Sprechstunde, sowie an einem Selbsttest zum eigenen Glücksspielverhalten teilnehmen.

(Pressemitteilung der BZgA)


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12