Hessen führt bundesweit erstes Online-Tippverfahren ein


Abgelegt unter Allgemein von julius - Jul 20, 2010

Trotz der Warnungen vieler Experten und Spielsuchtvereine führt Hessen als erstes Bundesland das Online-Tippverfahren ein und erhofft sich so mehr Umsätze beim Glücksspiel. Dabei ist es möglich, nach einer Registrierung bei der Deutschen Post, den Spielschein auch über das Internet zu verschicken. Der Weg zum Kiosk oder Briefkasten wird damit überflüssig.iStock_000011183756XSmall

Hessen rechnet im Zuge der Einführung mit mehreren Klagen seitens der Spielsuchtvereine. So reichte der Fachbeirat Glücksspielsucht bereits Klage gegen das Land Hessen ein. Das Gremium fühlt sich bei den Beratungen über die Online-Einführung übergangen. Kritiker sind der Ansicht, dass das Online-Verfahren gegen das Internetverbot widerstößt. Glücksspiele im Internet seien eigentlich verboten, da hier eine verstärkte Suchtgefahr für die Spieler bestehe.

Hessen entgegnet, es habe ausreichend Vorkehrungen gegen Spielsucht unternommen. So beträgt der maximale Spieleinsatz pro Woche 250 Euros, zwischen 23:00 und 6:00 Uhr kann nicht online Lotto gespielt werden.

Jul
20

Wie gewonnen, so zerronnen: Lottogewinner lässt 2,1 Millionen verfallen


Abgelegt unter Allgemein von julius - Jul 13, 2010

Ein Lottogewinner aus dem Allgäu wusste nichts von seinem Glück. Ein halbes Jahr wartete der Gewinn auf seine Abholung – jetzt ist die Frist vorbei, der Gewinner nachwievor Unbekannt.

„Wenn er am Montag gekommen wäre, um seinen Gewinn abzuholen, hätten wir das wohl noch akzeptiert. Schließlich ist die Lotterieverwaltung am Wochenende schlecht zu erreichen“, so Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern . Doch auch zum letztmöglichen Termin erschien der glückliche Gewinner nicht. Ein unbekannter, in Bayern lebender Lottospieler wusste scheinbar nichts von seinem Glück und verpasste die Annahme.

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Nach Ablauf der Frist ist Lotto Bayern dazu verpflichtet, den nicht ausgezahlten Gewinn der Glücksspirale zurückzugeben. Das Geld wird dann für eine Sonderauslosung verwendet.

Der glückliche Unbekannte hatte am 9 Januar im Kemptener Raum seinen Lottoschein abgegeben. Neben vier ausgefüllten Tippfeldern kreuzte er noch die zusätzlichen Gewinnspiele Spiel 77 und Glücksspirale an. Die Losnummern für die Glücksspirale stimmten zu 100 Prozent. Der anonyme Gewinner hätte sich entweder zwischen den 2,1 Millionen Euro oder 75.000 Euro Sofortrente entscheiden können. Leider verpasste er die Meldefrist. Horak geht davon aus, dass der Spieler nur auf die Lottozahlen, nicht aber auf die Zusatzspiele geachtet hat.

Jul
13

Berliner Pokerräuber verurteilt


Abgelegt unter Allgemein von anja - Jul 1, 2010

Viele erinnern sich noch an den spektakulären Überfall auf ein Pokerturnier in Berlin vor etwa vier Monaten. Damals hatten maskierte Männer das Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz gestürmt, indem zu dieser Zeit das Turnier stattfand, welches auch mit Prominenten besetzt war. Die Räuber waren bewaffnet und verletzten bei dem Überfall auch zwei Wachmänner. Kurz nach dem Überfall konnte die Polizei Erfolge bei den Festnahmen der Diebe vermelden. Teilweise stellten sie sich auch selbst. Ein Großteil der Beute von 240.000 € konnte bislang jedoch noch nicht sichergestellt werden.

Drei der Täter wurden aufgrund ihres Alters von 19 und 20 Jahren noch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt und müssen nun für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach dem Erwachsenenstrafrecht wurde hingegen ein 21-jähriger Komplize verurteilt, welchen nun eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten erwartet. Bleibt zu hoffen, dass sich niemand ein Beispiel an den Pokerräubern nimmt und Pokerturniere in Zukunft sicher sind oder noch besser bewacht werden.

Jul
1

Steigt Schleswig-Holstein aus Glücksspielvertrag aus?


Abgelegt unter Allgemein von anja - Jun 15, 2010

Nur noch bis 2011 gilt der Glücksspielstaatsvertrag für alle Bundesländer. Stimmen danach dreizehn Bundesländer für eine Verlängerung, tritt diese auch. Doch im Norden Deutschlands bildet sich Widerstand! Die beiden Regierungsfraktionen Schleswig-Holsteins, CDU und FDP erwägen, einer Verlängerung nicht beitreten zu wollen. Grund dafür ist unter anderem, dass der Glücksspielvertrag nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat. Statt zusätzlicher Einnahmequellen ist der Umsatz zurückgegangen während der Schwarzmarkt floriert. Auch die Spielsucht bei Spielautomaten, die nicht verboten wurden, ist gestiegen, wobei der Staatsvertrag gerade die Spielsucht eindämmen sollte und daher auch keine Online-Glücksspiele mehr erlaubte.

Daher wurde von Schleswig-Holstein nun ein Neuentwurf vorgelegt, der beratschlagt werden soll. In dieser Neugestaltung des Gesetzes ist vorgesehen, dass Online-Sportwetten und Casino-Spiele im Internet legalisiert werden sollen. Um den alten Glücksspielstaatsvertrag zu kippen ist das Bundesland nun auf der Suche nach Unterstützung von anderen Ländern. Mindestens drei weitere Bundesländer müssen für eine Neugestaltung stimmen, um den Abschluss eines neues Vertrages verlangen zu können.

Der Plan sieht vor, dass statt einer Verstaatlichung nun wieder eine Privatisierung des Glücksspiels erfolgen soll, was die Landeshauptstadt Kiel Kritikern zufolge zu einer Art “Las Vegas” machen könnte. Das Bundesland würde dann auch auf die ihm zustehenden Einnahmen aus dem staatlichen Lottotopf verzichten. Da daraus auch der Freizeitsport gefördert wird, wird mit dem Verlust dieser Einnahmequelle mit weniger Unterstützung für den Amateursport gerechnet. Die Bevölkerung würde von dieser Entwicklung nicht sehr erfreut sein.

Die Blicke der Freunde und Feinde des Glücksspielstaatsvertrag richten sich in Zukunft also nach Schleswig-Holstein. Es wird noch interessant werden, ob das Bundesland es schafft, den Vertrag zugunsten privater Anbieter zu ändern!

Jun
15

Europäischer Gerichtshof stützt Glücksspielstaatsvertrag


Abgelegt unter Allgemein von anja - Jun 8, 2010

Mit einem vor kurzem gefällten Urteil, das für die Niederlande gilt, hat der Europäische Gerichtshof auch die staatlichen Wettanbieter in Deutschland bestätigt. Das Gericht entschied, dass die britischen Wettanbieter Ladbrokes und Sporting Exchange in den Niederlanden keine Online-Sportwetten anbieten dürfen. Ein staatliches Glücksspielmonopol, wie es in Deutschland und einigen anderen EU-Staaten auch gilt, sei daher kein Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit, da es in diesem Falle Kriminalität verhindern würde. Ein in einem anderen EU-Staat lizenzierter Wettanbieter müsse außerdem auch nicht automatisch von einem anderen Staat der Europäischen Union anerkannt werden.

Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland verbietet Internetwetten und das öffentliche werben mit Glücksspiel, vor allem um Spielsucht zu bekämpfen. Glücksspielautomaten und Casinos sind jedoch weiterhin erlaubt, was umstritten ist, das gerade diese Spielsucht hervorrufen können. Nur die Lottogesellschaften der Länder haben die Befugnis, Glücksspiele anzubieten – ausgenommen die bereits erwähnten, Spielautomaten und Casinos sowie Pferderennen. Die Lotto- und Toto-Gesellschaften fühlen sich durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs nun in ihrer Position gestärkt. Auch das staatliche Monopol, welches heftig umstritten ist, gilt damit vorerst als gesichtert.

Private Wettanbieter bewegen sich mit ihren Angeboten in einer gesetzlichen Grauzone. Und auch deutsche Fans von Sportwetten setzten ihr Geld zunehmend bei ausländischen Wettanbietern ein, da dort meist das Angebot und die Quoten besser sind als beim staatlichen deutschen Anbieter für Sportwetten Oddset. Daher gelangt auch nur ein kleiner Teil des jährlichen Glücksspielumsatzes (2009: 7,8 Milliarden Euro) wirklich in die Staatskasse und bringt somit wertvolle Steuergelder ein. Der Glücksspielstaatsvertrag führte also nicht dazu, dem Staat mehr Geld einzubringen, sondern bewirkte das genaue Gegenteil. Die Zukunft wird zeigen müssen, ob die Regelung in dieser Form erhalten bleibt, oder ob es doch noch Änderungen zugunsten privater Wettanbieter geben wird.

Jun
8

21 Millionen Jackpot geknackt!


Abgelegt unter Allgemein von anja - Jun 2, 2010

Über Wochen haben Lottospieler in ganz Deutschland versucht, den Jackpot zu knacken. Bis vergangenen Samstag war er auf 21,2 Millionen Euro angeschwollen, da es einfach niemandem gelingen wollte. So hoch war der Gewinn seit September 2009 nicht mehr. Damals tippte ein einzelner Lottospieler die richtigen Zahlen und gewann 31,7 Millionen Euro. Jetzt hatten zwei Spieler aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz das große Glück und erhalten jeweils 10,6 Millionen Euro. Genug also, um sich zur Ruhe zu setzen und ein von Geldsorgen befreites Leben zu führen.

© chocolat01 / PIXELIO

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Heute liegt der Jackpot dann wieder bei 1,0 Millionen Euro und das Hoffen auf einen Sechser beginnt für viele Lottospieler erneut!

Jun
2

Im Lotto gewonnen – was nun?


Abgelegt unter Allgemein von anja - Mai 31, 2010

Jeder der schon einmal Lotto gespielt hat stellt sich dabei auch vor, wie es wäre, wenn man vom plötzlichen Geldsegen überrascht wird. Eine Weltreise, ein tolles neues Auto, den Job kündigen und das Leben einfach genießen – das wären wohl die Träume von vielen!
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Doch wie sollte man sich wirklich verhalten, wenn die Millionen ins Haus stehen?

Zunächst einmal sollte man, was leicht gesagt ist, Ruhe bewahren! Man sollte nicht vorschnell seinen Job kündigen und seinen Lebensstil radikal ändern. Auch ob man eine große Party feiern will, sollte wohl überlegt sein. Nicht jeder freut sich über das Glück des Anderen, und Neider gibt es leider überall. Tatsächlich sollte man anfangs nur ein bis zwei Personen seines Vertrauens über den Lotteriegewinn informieren. Und dann sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man mit dem plötzlichen Geldsegen umgeht!

Falls möglich kann man erstmal unbezahlten langen Urlaub (denn jetzt kann man es sich ja leisten) beantragen, um zu sehen, wie man mit seiner freien Zeit umgeht. Ist das Leben ohne Job, nette Kollegen und ohne den gewohnten Alltag wirklich besser? Auch die vorläufige Anlage des Geldes sollte wohl bedacht sein. Man sollte es möglichst nicht auf das Konto überweisen lassen, welches man an seinem Wohnort besitzt – dies gilt insbesondere für den Fall, dass man in einer dörflichen Gegend wohnt. Die meisten wollen ihr Geld gut angelegt wissen. In diesem Fall lassen Sie sich bei einer oder mehreren großen Banken beraten. Bei privaten Vermögensberatern sollte man eher Vorsicht walten lassen.

Das viele Geld verleitet nun auch dazu, sich endlich das zu kaufen, von dem man schon immer geträumt hat! Statt in einen Kaufrausch zu verfallen, sollte man sich jedoch anfangs einen Rahmen setzen, um ein Gefühl für die Summen zu bekommen, die man nun verwaltet.

Eins steht fest: ein Lottogewinn ermöglicht ein sorgenfreies Leben! Statt jedoch sein Leben plötzlich und radikal zu ändern, sollte man sich darüber bewusst sein, dass man sich Zeit lassen kann mit allen seinen Entscheidungen und sich seine Träume nach und nach erfüllt!

Mai
31

Glücksspielsüchtig?


Abgelegt unter Allgemein von alex - Mai 18, 2010

Rien ne vas plus, nichts geht mehr. Für viele steht dieser Satz exemplarisch für ihre derzeitige Situation, in der sie dank Glücksspielen jetzt sitzen. Die Wege sind vielfältig, egal ob über Automaten, Kasinos oder Wettbüros, das Ziel ist fast immer das Selbe: der soziale und finanzielle Ruin, gepaart mit dem letzten verzweifelten Klammern an die Hoffnung beim nächsten Mal das große Los zu ziehen.

12 Millionen Euro. 12 Millionen Möglichkeiten den derzeitigen Lotto-Jackpot auszugeben – sollte man ihn gewinnen. Für die meisten Bewohner Deutschlands ist das viel Geld, allein der Gedanke daran treibt die eingefleischten Lotto-Spieler zu den Kiosks und Zeitungsläden. Doch ist das regelmäßige Lotto-Spielen schon eine Sucht? Wo verläuft die Grenze zwischen krankhaftem und gelegentlichem Spielen? Dies lässt sich nicht verallgemeinern, es kommt auf die Person und ihren Kontext im Einzelnen an. Im Allgemeinen hat das übliche 6 aus 49 Lotto ein relativ geringes Suchtpotenzial, wohl aber ein Gefährdungspotential das Spiel zur Sucht werden zu lassen. Besonders beim Systemspiel ist Vorsicht geboten, hier lassen mit einem zusätzlichen Geldeinsatz die Gewinnchancen erhöhen. Das Problem ist, dass die so schon äußerst geringen Chancen nur minimal steigen, das Verlustrisiko aber erhöht wird. Trotzdem ist ein Lotto-Sucht relativ selten.

Warum ist das so? Ganz einfach weil die Droge des Glücksspielsüchtigen nicht vorrangig das Spiel an sich ist, sondern der Nervenkitzel den man dabei erlebt. Beim Lotto ist dieser relativ gering, man kauft sich ein Los und muss erst einmal warten bis die Zahlen gezogen werden. Anders ist es bei Spielen mit deutlich geringerer Spieldauer, wie zum Beispiel bei Glücks- und Geldspielautomaten. Diese Geräte haben ein ausgesprochen hohes Suchtpotenzial, vor allem aufgrund der meist nur wenigen Sekunden langen Spielabfolgen und den geringen Mindesteinsätzen. Spielanreizverstärkend ist auch die Möglichkeit der unmittelbaren Reinvestition der Gewinne, sowie die starken Licht- und Toneffekte. Hinzu kommt, zumindest bei Geldspielgeräten, die leichte Erreichbarkeit im gastronomischen Bereich.

Lotto und Glückspielautomaten stellen aber nur eine kleine Schnittmenge der Glücksspiele mit Gefährdungspotential dar. Verantwortungsvoll spielen sollte man auch bei Roulette und Kartenspielen in Spielbanken, Online-Poker, Sportwetten, Rubbelllosen, der Keno-Lotterie, aber auch bei Gewinnhotlines, Börsenspekulationen und privat organisiertem Glücksspiel. Alle diese Formen haben, einige mehr, andere weniger, gewisse Eigenschaften, oder Spielregeln, welche als Faktoren des Suchtpotenzials bezeichnet werden:

  • Schnelle Spielabfolge – Je schneller, desto höher die Suchtgefahr.
  • Auszahlungsintervall – Dies hängt mit der Spielabfolge zusammen. Je kürzer des Intervall, desto schneller kann der Gewinn wieder in ein neues Spiel investiert werden.
  • Aktive Einbeziehung des Spielers – Der Glaube an die aktive Mitbestimmung des Spieles, zum Beispiel durch Stopp-Tasten oder Insiderwissen, wird oft stark überschätzt.
  • Verbindung mit anderen Interessen – Eine Verbindung mit anderen Interessen, wie etwa der Bezug zum Sport bei Sportwetten, führt zur Verharmlosung des Spieles.
  • Gewinnchancen und -höhe – Hohe Gewinne verstärken den Spielanreiz.
  • Fast-Gewinne – Knapp daneben ist auch vorbei, ein “Fast-Gewinnen” ist immer ein Verlieren!
  • Effekte und Atmospähre – Man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Licht- und Toneffekte bei Automaten verursachen einen unbewussten Anreiz zum Weiterspielen, die Atmosphäre in Kasinos, Wettbüros und Pferderennbahnen suggeriert ein Gefühl von Freizeitvergnügen, Aktivität und Spaß.
  • Leichte Verfügbarkeit – Je leichter das Glücksspiel verfügbar ist, umso größer ist die Chance es wieder zu spielen. Dies stellt besonders bei abstinenten Spielern ein hohes Rückfallpotenzial darf.

Wer glaubt glücksspielsüchtig zu sein, der sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen, denn die Glücksspielsucht ist, wie fast jede andere Sucht, heilbar. Dazu muss man sich aber erst einmal selbst eingestehen süchtig zu sein und dann auch aktiv am Heilungsprozess mitwirken. Wer sich nicht sicher ist, kann sich selbst testen, zum Beispiel auf www.gluecksspielsucht.de -> Hilfe -> 20 Fragen.
Anonyme Hilfe gibts unter anderem hier:

Anonyme Spieler
Kontaktstelle Deutschland ANONYME SPIELER (GA)
Eilbeker Weg 20
D -22089 HAMBURG
01805 – 7700 7600

Mai
18

Urteil: Lotto Bayern verstößt gegen den Glücksspielvertrag


Abgelegt unter Allgemein von alex - Apr 30, 2010

Seit Inkrafttreten des Glücksspielvertrages wurde vor allem die Werbung für Lotto, Wetten und co. massiv eingeschränkt. Dies ist weniger für die staatlichen Lottoeinrichtugen, als vielmehr für die privaten Glücksspieldienstleister ein Problem. Trotzdem scheinen manche Lotterieverwaltungen es nicht ganz genau zu nehmen mit den Auflagen. Aber zum Glück gibts noch Gerichte.

Eines dieser Gerichte, Konkret die 11. Kammer für Handelssachen am Landgericht I, hat nun Lotto Bayern nach einer Verhandlung am 19. April untersagt, Werbung für eine “Sonderverlosung bei KENO” zu machen. Auch Dritten wurde das Werben für diese Verlosung untersagt.

Bayerns staatliche Lotterieverwaltungsgesellschaft hatte auf Plakaten und im Internet für die KENO-Sonderverlosung geworben. Zu sehen war ein Audi A3 Cabrio, mit vier ausgesprochen gut gelaunten jungen Personen. Grund genug für das LG München I die Werbung zu verbieten. Dass Plakat sei demnach darauf ausgerichtet “einen Entschluss zur Teilnahme am Glücksspiel erst hervorzurufen und beschränke sich nicht darauf, eine vorhandene Spielleidenschaft zu kanalisieren.” Laut Glücksspielvertrag müssen sich Werbemotive darauf beschränken Informationen zu präsentieren, es dürfen keine gezielten Emotionen des Betrachters angesprochen werden. Doch genau dies tut das Plakat nach Meinung des Gerichtes.

Geklagt hatte der Verband für Gewerbetreibende im Glücksspielwesen e.V. (GIG). Das Landgericht München I bestätigte in seiner Begründung außerdem die Aktivlegitimation des Verbandes und unterstrich die Zulässigkeit der Klage, sowie den Unterlassungsanspruch des GIG. Mehrere Lottogesellschaften hatten wiederholt die Aktivlegitimation angezweifelt – erfolglos.

Apr
30

Deutscher Glücksspielmarkt stark vom Ausland kontrolliert


Abgelegt unter Allgemein von alex - Apr 21, 2010

Der Glücksspielstaatsvertrag hat die deutschen Glücksspielkarten neu gemischt, so viel steht fest. Nur sieht es heute so aus, dass die, die davon profitieren wollten, nun das schlechtere Blatt in der Hand halten.

Im Jahr 2008 wurde mit dem Glücksspielstaatsvertrag das staatliche Glücksspielmonopol Deutschlands gestärkt und (unter anderem) die Werbung und der Online-Vertrieb für Glücksspiele verboten. Das hatte für den im letzten Jahr über 10 Milliarden Euro schweren Glücksspielmarkt erhebliche Konsequenzen. Diese wurde nun von dem Beratungsunternehmen Goldmedia in der aktuellen Studie “Glücksspielmarkt Deutschland 2015″ untersucht. Konkret wurden die Auswirkungen dieser Neuordnung auf die einzelnen Glücksspielsegmente Wetten, Lotto, Casino und Poker analysiert und kürzlich in Berlin vorgestellt. Die Folgen:

  • Abhängig vom Bereich (Wetten, Lotto, Casino, Poker) werden erhebliche Teile des Glücksspielmarktes (zwischen drei und über 90 Prozent) ohne staatliche Restriktionen von ausländischen Anbietern dominiert.
  • Zum Teil massive Umsatzeinbrüche seitens der staatlichen Glücksspielanbieter sind zu beobachten.
  • Das Glücksspiel im Internet (auch Online-Sektor genannt) wächst stetig und operiert dabei vollständig im rechtsgrauen Raum
  • Etliche private Glücksspielanbieter sind ins Ausland abgewandert.

Starke Verbreitung “unregulierter” Anbieter

© Stihl024 / PIXELILO

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Sogenannte unregulierte Anbieter, also ausländische und nicht in Deutschland ansässige kontrollierte Unternehmen, haben den mit Abstand höchsten Marktanteil im Bereich der Wetten. Ende 2009 lag hier der Spieleinsatz bei insgesammt 7,8 Milliarden Euro. Nur 0,5 Milliarden Euro wurden von staatlichen Produkten wie Pferdewetten, Oddset und Fußballtoto generiert. Damit fallen ganze 94 Prozent des Marktes in die Hände von unregulierten Anbietern: 2,4 Milliarden Euro werden von den noch existierenden Wettshops, 3,9 Milliarden Euro von Onlineanbietern und weiter 1 Milliarden Euro werden vom Schwarzmarkt generiert.

Insgesamt betrachtet, machte das regulär betriebene Glücksspiel zum Teil heftige Verluste. In den einzelnen Segmenten verlief diese Entwicklung unterschiedlich:

  • Die Spieleinsätze verringerten sich im Vergleich zum Jahr 2005 von 9,9 Milliarden auf 8,3 Milliarden Euro – ein Minus von 1,6 Milliarden Euro. Dies betrifft legale Lottopordukte wie etwa Angebote des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB), den Fernsehloterrien, oder die Klassenlotterien. Letzter machten besonders starke Verluste.
  • Im selben Zeitraum verringerte sich der Bruttospielertrag der legalen Casinoprodukte der Spielbanken von 1,1 Milliarden auf 0,8 Milliarden Euro.
  • Einzig der Markt für legale gewerbliche Spielautomaten wuchs von 2005 bis 2009. Der Bruttospielertrag stieg von 2,4 auf 3,3 Milliarden Euro. Damit machen sie das zweitgrößte Marktsegment nach dem Lotto aus.

Glücksspiel im Internet wächst weiterhin

Eine stark positive Entwicklung ist auch auf dem Markt zu erkennen, den der Glücksspielvertrag besonders stark einschränkt: Die Online-Glücksspielmärkte (Online-Wetten, Online-Casinos, Online-Poker, Online-Games) wuchsen, in Hinblick auf den Bruttospielertrag, von 2005 bis 2009 pro Jahr um etwa 30 Prozent. Das Marktvolumen lag 2009, inklusive der Anbieter die ohne legale Grundlage operierten, bei etwa einer Milliarde Euro. “Grundlage für dieses Wachstum ist die hohe Zahl der Gambling-Angebote im Internet”, erklärt Studienautor und Goldmedia-Senior-Consultant Dr. Michael Schmid. “Ohne reguliertes Online-Angebot weichen die Spieler gegenwärtig offenbar vollständig auf ausländische Gambling-Portale aus. Davon gibt es trotz oder gerade wegen der strengen Regulierung in Deutschland immer mehr: So ist die Zahl deutschsprachiger Angebote seit 2005 um 60 Prozent auf über 500 Angebote im Jahr 2009 gestiegen. Die meisten der Anbieter berufen sich dabei inzwischen auf eine Lizenz aus dem europäischen Ausland.”

Apr
21